Smartphone, Tablet & Co.

Wie viel Technik soll ins Kinderzimmer?

28.04.2017

Foto: Shutterstock
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Einen Haushalt ohne zumindest ein Smartphone muss man schon suchen. Zumindest was Nicht-Pensionisten-Haushalte angeht. Durch technische Geräte wird der Alltag schon erleichtert. Zeit spart es hingegen nicht. Auch die Tatsache, dass man ständig „online“ ist, bzw. auch berufsbedingt sein soll, zerrt an der Substanz.

Ich saß neulich alleine in einem Lokal und wartete auf meine Schwester. Wir waren zum Essen verabredet. Der schicke Selbstbedienungsladen ist mit großen Tischen ausgestattet, an denen man sich einfach zu anderen dazusetzt. Dieses eigentliche soziale Konzept funktioniert in der Stadt nur sehr bedingt. Ich saß da und sah mich bewusst um. Entweder waren die Menschen in Gruppen unterwegs und hatten kein Interesse an neuen Kontakten, oder sie waren allein und starrten in ihr Smartphone. Im Netz ist es ja schon aufregender, als im realen Leben. Oder einfacher. Um eine fremde Person anzusprechen braucht es Mut. Im Netz kann man sich super verstecken.

Morgens in der U-Bahn ist es nicht anders. Ok, da lesen einige Menschen noch Zeitungen, auch weil sie gratis ausgeteilt werden, die meisten aber hängen schon in aller Früh am Handy. Zusätzlich noch mit Kopfhörern, abgeschottet von der Umwelt. Der Trubel der Stadt kann schon mal zu viel werden, klar. Aber er wird ja doch nur mit der nächsten Reizüberflutung überstrahlt.

Ohne technische Geräte aufzuwachsen ist heute undenkbar. Von Kindesbeinen an lernen die Kleinen mit Smartphones oder Tablets umzugehen. Und es ist aufregend. Da wischt man mit dem Finger über eine glatte Oberfläche und es bewegt sich was, man verändert etwas. Für ein kleines Kind eine wahnsinnig spannende Erfahrung. Ich selbst kann schon so viel bewirken! Und das macht Spaß!

Doch wo liegen die Grenzen? Ab welchem Alter sollten Kinder mit technischen Geräten in Berührung kommen und in welchem Ausmaß? Letzeres ist eigentlich die wichtigere Fragestellung. Wie heißt es im Volksmund so schön: die Dosis macht das Gift.

Wie immer ist es eine Entscheidung, die Eltern für ihre Kinder treffen müssen. Doch schon die Bewusstmachung der Eltern, sich über dieses Thema Gedanken zu machen, ist sehr wertvoll.
Den Mittelweg zu finden. Zwischen virtueller und realer Welt. Das ist eine der großen Herausforderungen der Elterngeneration der Gegenwart.

Letzte Woche beobachtete ich einen Bub im Park. Er war ungefähr 8 Jahre alt. Er kletterte auf einen Baum und als er wieder am Boden war, sah er auf seine Hände und sagte:„Igitt, ich hab Honig auf den Händen, wie geht das wieder weg?“ Ich sprach ihn an und erklärte ihm, dass er Harz auf seinen Händen hat. Das Blut des Baumes. Und das er sich nur gut mit heißem Wasser und Seife waschen muss. Dann geht es zumindest größtenteils weg. Mit großen Augen sah er mich fasziniert an. Dann drehte er sich um und rannt weiter. Ich glaube er wird sich jetzt merken, dass Honig nicht aus Bäumen kommt.

Also, raus mit euch! Legt das Tablet mal weg und entdeckt die Welt! Das Wetter ist uns am Wochenende gnädig! :)

(SoPi)



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