„Mein Leben als Zucchini“

Am 16. Februar kommt der vielfach ausgezeichnete Stop-Motion-Film in unsere Kinos

12.01.2017

Foto: Thimfilm
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Wer ist denn dieser Neue im Waisenhaus, der sich Zucchini nennt? Und was ist das überhaupt für ein Name? „He Kartoffel“! „Warum bist denn du hier? Mögen dich deine Eltern nicht mehr?“ Zucchini ignoriert die blöden Aussagen von Simon und verkrümelt sich lieber wieder in sein Bett um Ruhe zu bekommen. Er will wieder nach Hause, aber er weiß, dass das nicht geht. Seine Mutter fehlt ihm, obwohl sie Zucchini nicht nett behandelt hatte. Mit der Zeit arrangieren sich die Kinder untereinander. Zucchini hatte es anfangs nicht leicht. Simon machte ihm das Leben schwer wo es nur ging. Bis sie erkennen, dass sie im selben Boot sitzen.

Eines Tages kommt ein neues Mädchen ins Heim. Ihr Name ist Camille. Sie bringt eine ganz andere Dynamik in die Gruppe, ist bei allen beliebt. Sogar bei Simon der sonst überall aneckt. Die Kinder haben eine gute Zeit zusammen und stärken sich gegenseitig in ihrer Traurigkeit. Besonders die Ausflüge gefallen ihnen.

Und dann müssen sie alle zusammenhalten um zu verhindern, dass Camille zu ihrer selbstsüchtigen Tante zurück muss, die sie nur bei sich aufnehmen will um das Pflegegeld zu kassieren. Sie schaffen es tatsächlich und Camille darf im Kinderheim bleiben.

Mithilfe der Betreuer und eines Polizisten, aber vor allem durch den Zusammenhalt der Kinder untereinander, wird das Kinderheim zu einer Familie.

Nicht umsonst hat dieser Film schon zahlreiche Preise bei vielen Filmfestivals in ganz Europa eingeheimst (u.a. Publikumspreis des Wiener Kinderfilmfestivals). Erzählt er doch auf eine direkte und lustige Art und Weise das Schicksal von Waisenkindern. Schonungslos offen behandelt dieser Film die Traumata, welche die Kinder erlebt haben. Die nüchternen Dialoge zwischen den Kindern in denen sie sich erzählen aus welchen Verhältnissen sie kommen, würde man in einem Kinder-Animationsfilm nicht suchen. Und doch lebt dieser Film davon.

Die Stop-Motion-Technik, die Regisseur Claude Barras
 verwendet, ist ein Werkzeug des klassischen Zeichentrick-Films. Nur das keine Zeichnungen sondern Puppen verwendet werden, die zwischen den Aufnahmen minimal bewegt werden. Die feine und filigrane Filmmusik stammt aus der Feder von Sophie Hunger und gibt dem Film zusätzlichen Tiefgang.

Eine ernsthafte Geschichte, indem aber auch das Lachen nicht zu kurz kommt.
Ein Film für die ganze Familie. Unbedingte Empfehlung!

 

Mein Leben als Zucchini
Länge: 66 Minuten
Schweiz, Frankreich 2016
Ab 16. Februar im Kino

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